Keine Woche ist es her, dass eine Freundin und ich eine Parteiveranstaltung der Christenpartei Salzburg besuchten.
Mensch möge sich fragen warum wir das taten. Deren Einstellungen und Absichten sind ja auch schon auf deren Homepage nachzulesen.
Aber es gibt doch einen profunden Unterschied von der Sünde der Homosexualität zu lesen als Menschen zu hören die dagegen schimpfen, wettern und sie verteufeln.
Für mich war es wichtig die Veranstaltung zu besuchen und die Menschen zu konfrontieren, die diese Meinungen vertreten.
Die Propagierung menschenverachtender Meinungen und die Verneinung der Freiheit der/des Einzelnen zeigt mir dass es wichtig ist gegen diese Partei aufzutreten.
Um was ging es überhaupt in dem Vortrag: Gendermainstreaming und ob mensch sich selbst sein Geschlecht aussuchen kann.
Eingeladen war Gabriele Kuby, bekannt aus einer Philosophie Senden des ORF’s in der sie auf die teuflischen Absichten der Harry Potter Romane verwies.
Angekündigt wurde sie als 68er Revolutionärin, was sich genauer angesehen als Unwahrheit herausstellt, da sie selbst darüber erzählt immer nur Mitläuferin der StudentInnen Bewegung gewesen zu sein und sie vor 68 verlassen zu haben.
Also nur ein Schachzug der Christenpartei deren Meinungen durch eine „Konvertierte“ zu stärken.
Was wurde uns also nun erzählt im romanischen Saal des St. Peter Bezirk in Salzburg.
Es wurde unter anderem vom Bösen gesprochen und dessen Ideologien. Also des Nationalsozialismus, dem Kommunismus … und natürlich nicht zu vergessen den Feminismus und der gleichgeschlechtlichen Liebe.
Nicht zu bestreiten sind die Verbrechen an der Menschheit, die durch den Nationalsozialismus und den Staaten, welche vorgaben den Kommunismus einzuführen, geschahen.
Die Diskussion wie und warum es zu diesen Verbrechen kam ist eine längere. Doch es ist wohl nicht falsch zu sagen, dass ein Abgeben der Verantwortung des/der Einzelnen an ein Höheres, des Bösen, kein Rezept zur Verarbeitung und Prävention solcher Geschehen sind.
Was jedoch Feminismus und Homosexualität grausames der Menschheit antat, das wurde uns jedoch nicht erzählt.
Stattdessen wurde das Aussterben des christlichen Abendlandes angekündigt (gleichgeschlechtliche Paare können ja keine Kinder bekommen) und so eine Invasion des Islams prophezeit.
Weiters wurden die Auswüchse des kapitalistischen Wirtschaftssystem (Konsumwahn, fehlende Solidarität und langes Arbeiten statt gemeinsames Leben) dem Feminismus und der Homosexualität vorgeworfen.
(Ein Vermischen der Auswirkungen des Kapitalismus mit dem Feminismus kann mensch oft von Feminismus feindlichen Menschen hören).
Statt jedoch die Wurzeln der negativen Symptome herauszufinden, wird Hass gesät. Feminismus sei gegen Männer, sprach Gabriele Kuby.
Feminismus steht jedoch für eine gerechtere Gesellschaft. Gegen Geschlechterklischees und für eine Gleichstellung der Geschlechter.
Als Mann unterstütze ich eine Bewegung und Ideologie die es mir ermöglicht nicht nach stereotypischen männlichen Verhaltensmodellen zu leben.
Während sie gleichzeitig die Auswirkungen des Kapitalismus dem Feminismus umhängte, sprach sie sich für diesen aus.
Sie kritisierte die Idee einer herrschaftsfreien Gesellschaft in dem sie sich für das Leistungsprinzip entschied und das Lustprinzip kritisierte.
Spannend jedoch dass es Themen gibt, bei der sie Verhaltens- und Gesellschaftsverhältnisse kritisiert, welche auch vom Feminismus als negativ angesehen werden.
Prostitution und Pornographie sieht Gabriele Kuby als Problem fehlender geistiger Hygiene und Tugendhaftigkeit. Weiters wird auch die schulische Sexualerziehung (so mangelhaft sie jetzt auch ist) als Ursprung dieser Probleme gesehen.
Da passen weitere Widersprüche wie die Kritik an der fehlenden demokratischen Legitimierung von NGO’s (über dass sie trefflich und spannend diskutieren lassen würde) und des Lobs der katholischen Kirche (welche sich ja nicht gerade durch demokratisches Verhalten auszeichnet).
Ihr Wunsch nach einer Wissenschaft die unbeeinflusst und rational auf der Suche nach der Wahrheit ist schlägt sich auch mit ihrem Glauben an der absoĺuten Wahrheit und Überlegenheit des christlichen Glaubens, der Bibel und der katholischen Kirche.
Zum Abschluss mögen eine handvoll von Zitaten zeigen in welcher Form ihr Vortrag gestaltet war.
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Masturbation ist ein neurotisches Syndrom
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Die grüne Ideologie erlaubt es Sex mit Menschen jeden Alters zu haben
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SS Stiefel und rote Sterne sind Kostüme des Bösen, heimtückischer ist jedoch Feminismus
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1973 wurde die Homosexualität von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen, dass muss wieder rückgängig gemacht werden.
Über den (Un)Sinn, Menschen solcher Einstellungen mit Gegenmeinungen zu konfrontieren lässt sich sicher diskutieren.
Aber der Versuch sachlich für die Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen zu sprechen ist notwendig und wichtig.
Würde mensch nicht an die Veränderungen von Meinungen und Einstellungen von Menschen glauben, würde die Hoffnung auf eine gerechte und herrschaftslose Gesellschaft in der Menschen selbstbestimmt leben keinen Sinn machen.